RESTAURIERUNGSPROJEKT OSTERGRAB


2006 wurde das Ostergrab erstmals nach 50 Jahren wieder aufgestellt

Der Museums- und Kulturverein St. Johann in Tirol führte in den Jahren 2005 bis 2007 ein Restaurierungsprojekt durch, das dank der ausgezeichneten Zusammenarbeit mit der Dekanatspfarre und der Marktgemeinde St. Johann in Tirol sowie mit dem Land Tirol und dem Bundesdenkmalamt im Frühjahr 2007 erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Durch die Restaurierung des Ostergrabes der St. Johanner Dekanatspfarrkirche konnte wertvolles Kulturgut für die Nachwelt erhalten werden. Darüber hinaus wurde durch die Wiederaufstellung des Ostergrabes ein alter Brauch nach 50-jähriger Unterbrechung wiederbelebt.

Link zum Film von der Aufstellung 2017 ->

Das St. Johanner Ostergrab nimmt die gesamte Breite des Altarraumes ein und zählt mit 11 Metern Höhe zu den großen Heiligen Gräbern in Tirol. Die Malereien wurden um 1832 anlässlich des 100-jährigen Weihejubiläums der Dekanatspfarrkirche St. Johann in Tirol von Josef Arnold dem Älteren (1788 – 1879) geschaffen. Sie zeigen im architektonischen Aufbau klassizistische Formen, während die Figuren noch barockisierende Elemente aufweisen.


Das Heilige Grab

Der Brauch, in Kirchen ein Heiliges Grab zu errichten, geht auf das frühe Mittelalter zurück. Angeregt von Jerusalem-Pilgern richtete man eine Anbetungsstätte ein, wo die Gläubigen bis zur Auferstehungsfeier Gebetswache heilten. Es gab figürliche Darstellungen, oder man vollzog die Grablegung Jesu in einem heiligen Spiel.

Die mittelalterlichen Ostergräber sind zwar alle verloren gegangen, aber der Brauch erlebte im frühen 17. Jahrhundert mit der gegenreformatorischen Glaubenserneuerung eine neue Blüte. Rund 100 Jahre lang erhielten zahlreiche Barock- und Rokokokünstler Aufträge für kunstvolle Ostergräber, die Seitenkapellen oder ganze Altarräume während der Karwoche in Tempel und Paläste verwandelten


Der auferstandene Christus

Im Zeitalter der Aufklärung wurden Grablegungs- und Auferstehungsfeiern verboten. Besonders ab 1805, als Tirol von Bayern besetzt war, gab es ein strenges Verbot für jegliche liturgische Spiele. In diesen turbulenten Zeiten gingen viele Ostergräber verloren, und auch das ursprüngliche barocke Ostergrab der St. Johanner Dekanatspfarrkirche von Simon Benedikt Faistenberger ist damals verschollen. Erst nach 1815, als Tirol wieder österreichisch war, konnten die Hl. Gräber wieder aufgestellt werden. In diese Zeit fällt auch die Entstehung des „neuen“ Ostergrabes unserer Dekanatspfarrkirche, das von Josef Arnold geschaffen wurde.


Das Ostergrab steht bei der Auferstehungsfeier in der Osternacht im Mittelpunkt

Die Restaurierungsarbeiten führte Prof. Josef Ghezzi durch. Die Organisation des Projektes wurde vom Museums- und Kulturverein übernommen, doch wäre die Restaurierung des Ostergrabes ohne finanzielle Unterstützung durch die Marktgemeinde St. Johann in Tirol, das Land Tirol und das Bundesdenkmalamt nicht durchführbar gewesen. Wir sind aber nach wie vor auf Spendengelder angewiesen, um auch die letzten Raten bezahlen und die Kosten zur Erhaltung und alljährlichen Aufstellung dieses monumentalen Kunstwerkes abdecken zu können.

Spenden Sie daher bitte für den Erhalt des Ostergrabes der Dekanatspfarrkirche St. Johann in Tirol!

 

Spendenkonto „Ostergrab“ bei der Raiffeisen-Regionalbank Fieberbrunn-St. Johann in Tirol, IBAN: AT17 3626 3000 0514 3227