Der Höhlenbär (Ursus spelaeus) ist vor ca. 27.000 Jahren ausgestorben. In der Vitrine dahinter sieht man die Schädelknochen eines Exemplares.
Bei der Langen Nacht der Museen wurde der Höhlenbär als Ergebnis eines Kinder-Zeichenwettbewerbes auf den Namen "Grim" getauft.

NACHBILDUNG EINES HÖHLENBÄREN


Die Tischofer Höhle im Kaisertal ist bekannt als älteste Fundstätte menschlichen Lebens in Tirol. Schon vor ca. 28.000 Jahren besuchten steinzeitliche Jäger die Höhle, was durch Funde von Speerspitzen bewiesen ist. Ein Satz Kopien dieser Speerspitzen ist im St. Johanner Museum ausgestellt.

In der Tischofer Höhle wurden aber auch zahlreiche Knochen von urzeitlichen Höhlenbären gefunden. Der Höhlenbär (Ursus spelaeus) war ein enger Verwandter des Eisbären und des Braunbären. Trotz seines Namens war er kein Höhlenbewohner, sondern er hielt in den Höhlen nur Winterruhe. Seine Zähne lassen zwar auf einen Allesfresser schließen, doch ernährte er sich von pflanzlicher Nahrung. Ausgestorben ist er vor etwa 27.000 Jahren vermutlich wegen einer Klimaveränderung und dem damit verbundenen Nahrungsmangel.

Als 1607 der Oberschenkelknochen eines Höhlenbären in der Tischofer Höhle gefunden wurde, glaubte man noch, es wäre der Knochen eines Riesen, denn ein ausgewachsener Höhlenbär wurde immerhin 2,5 Meter lang und hatte eine Schulterhöhle von ca. 1,40 Metern.

Die Nachbildung eines Höhlenbären in dieser Größe befindet sich im Museum St. Johann in Tirol. Daneben sind in einer Vitrine urzeitliche Exponate aus der Tischofer Höhle ausgestellt, die dankenswerterweise vom Festungs- und Heimatmuseum Kufstein zur Verfügung gestellt wurden. Darunter die Schädelknochen eines echten Höhlenbären.

Weitere Informationen zum Höhlenbären finden Sie unter "Journal" in der 22. Ausgabe unserer heimatkundlichen Schriftenreihe "Zwischen Kaiser, Kalkstein und Horn." --> zur Ausgabe 22